Lusici  (*1942)
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Biographische Notizen

"Die Zeit ist reif fuer Lusici!
Jeder muss ein Zahlenbild haben..... !"

Bohne.Media

(English language version)

Ein goldener background war sein Wunsch. So haben wir einen Monat daran gearbeitet ! Wer etwas über Farben und Internet versteht, was wir meinen ....!

Herzlich willkommen bei Lusici, präsentiert von Bohne.Media !

Wer Lusicis Atelier in einer großen Berliner Altbauwohnung - unweit vom Kurfürstendamm - betritt, spürt sehr bald die lebendige Frische, in der sich Leben und Kunst miteinander vermengen. Die "gelebte Kunst" ist kein esoterisches Schlagwort, sondern eine Lebensphilosophie Lusicis. 
Der Künstler wurde als Dietrich Schade vor den Toren Berlins, im Spreewald (Lausitz), im Ort Ragow, in den letzten Wirren des 2. Weltkrieges - 1942, geboren. 

Ausgedehnte Spaziergänge in der reichhaltigen Natur des Spreewaldes schulen beim Jungen die Beobachtungsgabe und regen das Farbempfinden an. Wie man Farben harmonisiert, kombiniert 

oder gar so anordnet, daß man provoziert - scheint aus der Reichhaltigkeit der Lausitzer Landschaft seinen Ursprung zu haben. (rechts: "Die Kahnfahrt", 1956, Öl auf Papier, 39 x 33 cm, in Privatbesitz). Seine Empfindungen setzt er in erste Bilder, Aquarelle oder Zeichnungen um. "Baumportraits" wechseln schnell mit Darstellungen der "Lausitzer Mädchen" als Schuljunge.

(links: "Lausitzer Mädchen: sitzend nach Links", 1962, Leimfarbe und Latex auf Papier, 49 x 37cm)

Bereits 1957 findet sich in seinem reichhaltigen Schaffen ein Selbstportrait. Es zeigt den Künstler von der Seite an einer Staffelei stehend. Vor ihm ein Zeichenblatt mit einem Engel. Von hinten greift ihm eine etwas seltsame Figur über die Schulter, Gevatter "Tod" - teils Freund, teils Feind.  


Diese frühe Spreewald-Zeichnung hat er im Alter von fünfzehn Jahren, bereits 1957, verwirklicht (unten: Tusche auf Papier, 29,5 x 21 cm, in Privatbesitz). Sie setzt rückblickend Zeichen und zeigt die bis heute charakteristische Spannung und Ambivalenz zwischen sehnsuchtssuchendem und mahnenden Künstler. 

Lusici beschäftigt sich konsequent und intensiv mit existentiellen Fragen des Lebens, mit der Beziehung Mensch und Natur und forscht nach den Grundwerten des Menschen.

Der Bau der Mauer, 1961, erlebt er als Teenager noch in der Lausitz. 
Mit 26 Jahren, 1968, zieht der Künstler nach Ost-Berlin um, wo er bis 1986 bleibt. 
Er schließt als Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin (Ost) seine theoretische und praktische Ausbildung, "das Grundhandwerkzeug, das Jeder braucht", ab. Aus dem Künstler "Dietrich Schade", wie er auf vielen Bildern noch verewigt ist, wird durch urkundliche Namensänderung "Lusici". Der italienisch anmutende Flair mag damals ein Stückchen Freiheit gewesen sein, tatsächlich hat der Name aber mehr Bezug zu seinen Lausitzer Vorfahren; denn "Lausitz" ist mit "Lusici" zu übersetzen.

Lusici gewinnt beim UNESCO Wettbewerb "Wasser ist Leben", 1974, die Goldmedaille für die Künstlerische Umsetzung der Thematik (Poster unten rechts - links daneben der Entwurf von Lusici).

"Wasser ist Leben", letzte Fassung einer Studie, 1973
Öl auf Papier, 47 x 26 cm, in Besitz des Künstlers

"Wasser ist Leben", 1974, Poster

In seiner sehr persönlichen Bildsprache entwickelt er Themen an der Zensur vorbei, und ermöglicht sich selbst eine Art "Ausstieg" durch die Kunst. "Die Kunst hat dazu beigetragen, mich am Leben zu halten", hört man ihn heute immer wieder sagen. 


sog. Malerbuch: "Ausgelebte Schriften", 1984; (übermaltes Marxismusbuch, ca. 800 Seiten ), Museum f. Preussischer Kulturbesitz Berlin, Kupferstichkabinett
Mit schöpferischer Besessenheit lotet er seine Themen aus. Er führt "Tagebücher", in die er viele Skizzen malt, "um Klarheit zu gewinnen", wie er sagt, übermalt Marxismusbücher, "wenn ich nicht mehr atmen kann" und malt "Tageblätter" für die wichtigsten Tages-Ereignisse in seinem Leben.

Als Zeichen seines inneren Protestes bemalt er Verbotsschilder, abgerissene Plakatfetzen, Wellpappe in Ermangelung anderer Materialien, Bäume und sogar einmal das feine Baumwolltuch des DDR Staatswappen. 

Dies hätte den ohnehin Stasi geplagten Lusici sicher wegen Verunglimpfung von Hoheitszeichen hinter die Eisentüren der Staatssicherheit gebracht, wenn das Stück Baumwolle nicht zufällig zwischen die Seiten eines Buches gerutscht wäre. 25 Jahre später wiederentdeckt - hat es sogar den Umzug in den "freien Westen" überstanden. (s.Abb.Titel: "Das grosse Ich", 1962, Werk 62B17, in Besitz des Künstlers).

Schon mit 23 Jahren schuf Lusici seine ersten Zahlenbilder. Er sieht die Zahl "4" mehr und mehr in seine Lebens-Mitte rücken. Kaum einer hat bemerkt, daß man aus der "4" mehr als nur den Zahlenwert lesen kann. Man kann die Zahl spiegeln und schon besitzt sie mehr Erotik oder Aggressivität. Lusici prägt den Begriff der "Anti-Zahlen" dafür. Manchmal sind es, wie Lusici es ausdrückt, "Zahlenkolonnen, die wie Menschen-Züge ins Ghetto getrieben werden...".

Die Welt führt sich selbst ad absurdum. Die "4" steht für Trennung, Ost-West-Konflikt, Mauer und Tot. Die "8" bildet das Gleichgewicht. Sie ist in seiner Bildsprache Ausdruck von Erotik und Harmonie, die Zahlen wie "1, 2 und 3" steuern. 

Antizahlen-Bilder sind Ausdruck seines Weltbildes und seiner Philosophie, Auswuchs der Auseinandersetzung mit sich selbst in seiner Umwelt. "Der Künstler im Westen sucht immer nach einem Stil - und ich habe zuerst versucht, mich selbst zu finden. So vermitteln meine Bilder die Auseinandersetzung mit der Zeit und Umgebung. Wichtig ist die Haltung nicht der Stil!"

Lusici übersteht 25 Jahre DDR. 1986 übersiedelt er offiziell mit vielen "Schikanen" nach Westberlin. Freunde haben ihn dies auf abenteuerlichen Weg ermöglicht. Die Bilder folgen später. "Ankunft" (rechts), 1986, Öl auf Holz, 76 x 63,5 cm, in Privatbesitz) ist sein erstes Ölgemälde im "Westen".
Mit seiner Familie und ein bisschen Handgepäck erlebt die ersten Monate "gelobter Westen", bis die "Formalitäten" geklärt sind, im Auffanglager in Marienfelde. 
Doch auch hier lauern Gefahren: "die Wirklichkeit im Westen sieht anders aus als in der amerikanischen Vorabendserie im Fernsehen" muß er einsehen, "es laueren die Fallen des Kapitalismus: Wenn Lusici sagt "... und Marx, der meinte, daß ein Arbeitstag ein verlorener Lebenstag sei, hatte doch Recht..." dann liest sich hierin das Verständnis um ein gescheitertes gesellschaftliches Modell, daß sich selbst ad absurdum geführt hat. Aber auch der "kapitalistische Westen" ist auf dem besten Weg und deswegen ist die Zeit nun reif für Lusici. "Lügen sind der Anfang der eigenen Unfreiheit" zitiert Lusici heute gerne eine chinesische Weisheit. Seine Zahlenbilder scheinen mehr denn je ein mahnendes Zeichen setzen zu wollen (hier: : "Die Königin sitzt in der Oper - der König in der Schatzkammer und zählt Geld", 1995, Acryl auf Leinwand,
140 x 120cm)

Lusici über die "Diktatur der Zahlen":

"Jeder braucht ein Zahlenbild. Das ist die logische Konsequenz, weil die Zahlen uns und sogar unsere Empfindungen bestimmen und wir uns ohne nachzudenken der Diktatur der Zahlen unterwerfen. Wir haben uns so eingerichtet; wir zählen uns arm. Wenn wir so weiter rechnen wie bisher, rechnen wir immer falsch: 

 

3+5=0

"Wegzeichen" nennt Luisici seine Kunst.

Ein großes van Gogh-Portrait, anlässlich der spektakulären Versteigerung der "Schwertlilien" von van Gogh im November 1987 entstanden, drückt die Doppelzüngigkeit seiner Kunst am Besten aus: Die Vorderseite - wenn auch ironisch mit Goldbronze "vergoldet" - will als die Hommage an das verehrte Vorbild verstanden werden.

Die Rückseite spricht eine deutliche Sprache; die handschriftlichen Textnotizen Lusicis besagen:


"Hommage an Vincent van Gogh (Schwertlilien) Der Irrenpreis", 1987
Öl und Bronze auf Leinwand
140x120cm

 

  "Ein schwarzen und ein goldener Tag für van Gogh! Der Irrenpreis für 81 Millionen Mark", für den das Bild versteigert wurde. Und sarkastisch fügt der Lusici heute immer noch hinzu: "Und wer mein Bild kaufen will, kann dies schon oder nur für eine Million Mark haben!" (Details page 30)


Einige Exponate von Lusici

Ausstellungen: 

Kürzlich: Spreewald

Seit 1992 Ausstattung des Kempinski Plaza Hotels Berlin mit einer ständigen Ausstellung. 

Deutsches Porzellan-Museum, Hohenberg-Egger bei Selb/Oberfranken, Dezember 1997 bis März 1998

Kunstforum im Klinikum Großhadern (München) 10.12.1997 bis Ende März 1998

Arbeiten von Lusici befinden sich unter anderem in folgenden
öffentlichen Sammlungen:

Berlin, Berlinische Galerie
Berlin, Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett
Bremen, Kunsthalle
Dresden, Staatliche Kunstsammlung, Kupferstich-Kabinett
Ein Hod (Israel), Janco-Dada-Museum
München, Bayerische Staaatsabibliothek, Handschriftenabteilung
Paris, Musée des Arts Décoratifs
Stendal, Winckelmann Museum
Stuttgart, Staatsgalerie
Warschau, Nationalmuseum
Privatsammlung Bohne.Media



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